Förderzentrum für Jugend und Soziales

gestaltete

„Schimpfend ist niemand gegangen“

Wormser Jugendlicher mit Lernschwäche möchte gefordert werden / Praktikum bei der IKK Südwest erfolgreich beendet
Zum Ende seines Praktikums wünschte sich Justin Stroh ein Bild mit dem Wormser Team der IKK Südwest, welches ihn herzlich aufgenommen und erste Einblicke in den Alltag eines Büros ermöglicht hatte. Foto: Florian Helfert

VON FLORIAN HELFERT Freundlich, warm und aufrichtig hat der Wormser Jugendliche Justin Stroh als Praktikant der IKK Südwest am Standort des Ludwigsplatzes Kundinnen und Kunden begrüßt. Dabei konnte er drei Monate lang Einblicke in den Berufsalltag eines Büros sammeln. Das Besondere: Justin Stroh ist von einer Lernschwäche betroffen und kämpft dennoch langfristig um eine Stelle in einem Büro: „Im Vergleich zu einer Werkstatt für behinderte Menschen möchte ich stärker gefordert werden“, strebt Justin Stroh nach seiner aktuell noch 24 Monate umfassenden Qualifizierung auf den ersten Arbeitsmarkt. „Das Praktikum hat mir sehr viel Freude bereitet“, blickt Justin Stroh an einem seiner letzten Tage in den Wormser Räumen der IKK Südwest gerne zurück. Insbesondere der Empfang der Kundinnen und Kunden habe ihm gefallen, wobei die Kunden ihm zufolge fast immer sehr nett gewesen sind. „Schimpfend ist niemand gegangen“, geriet er auf Nachfrage leicht ins Schmunzeln.

Herausforderungen meistern

Ein bisschen schwieriger gestaltete sich hingegen gerade zu Beginn des Praktikums die Ablage von Schriftstücken. „Mit vereinten Kräften ging es dann aber immer besser“, lobte Justin Stroh speziell Damon Wakelin als ihn unterstützenden Jahrespraktikanten und selbstverständlich auch das ganze Wormser Team der IKK Südwest. „Hier bin ich herzlich aufgenommen und betreut worden“, so Stroh. Als kleines Beispiel aus dem Büroalltag nannte er dann, dass wenn zum Beispiel niemand gekommen sei und er keine Büroarbeiten zu erledigen gehabt habe, er seinen Tagesbericht nach Rücksprache mit seiner Betreuerin Barbara Müller habe schreiben dürfen.

Für die Chance, seinem Ziel mit Hilfe der IKK Südwest in Form des nun beendeten Praktikums in einem Büro, dankte er stellvertretend Silke Staaden als Leiterin des IKK-Kundenservice der Regionaldirektion Ost. Einem Dank, welchem sich sowohl Sabine Ostertag vom Integrationsdienst des Vereins für Integration und Teilhabe am Leben e.V. als auch Harald Stark von der Bernd-Jung-Stiftung mit Sitz in Bobenheim-Roxheim gerne anschlossen – immerhin habe es sich um das erste Praktikum eines Heranwachsenden mit Lernschwäche für die IKK Südwest gehandelt.

Suche nach weiterem Praktikum läuft bereits

Begleitet der Integrationsdienst weiterhin die Qualifizierung, bemüht sich auch die Bernd-Jung-Stiftung erneut um ein Praktikum als vertiefenden Schritt auf dem Weg in den angestrebten Büroalltag. „Nachdem ich heute erfahren habe, wie glücklich Justin immer nach Hause gegangen ist und sehe, wie er hier strahlt“, so Harald Stark, Geschäftsführer der Bernd-Jung-Stiftung abschließend, „möchten wir ihn in unserem Netzwerk gut unterzubringen versuchen“.

Weitere Betriebe willkommen

Betriebe, die lernbehinderte Heranwachsende mit einem Praktikumsplatz oder einer Qualifizierungsmöglichkeit unterstützen wollen, können sich an den Integrationsfachdienst des Vereins für Integration und Teilhabe am Leben e.V. via kontakt@ifd-rheinhessen-nahe.de oder telefonisch unter 06731/6762 wenden.
                                                                                                                                                     
Quelle(Bild und Text): Nibelungen Kurier Worms, 2. Februar 2018

 

 


 

Sponsor: