Förderzentrum für Jugend und Soziales

Gewaltpräventionstrainer

Ausbildung zum Gewaltpräventionstrainer C, B und A

Wir bilden aus!Das Förderzentrum für Jugend und Soziales  bietet am 30. April 2016 von 10:00 bis 16:30 Uhr mit seinen Kooperationspartnern, dem Bundesverband Gewaltprävention „Selbstbewusst & Stark e.V.“, und der VHS Bobenheim-Roxheim einen Lehrgang zur Ausbildung zum „Gewaltpräventionstrainer-/in C, B,  A“ in den Räumen der VHS, Realschule plus, Grünstadter Straße 6, 67240 Bobenheim-Roxheim, an. 

Die Lehrgänge eignen sich insbesondere für Vereinsvorstände, Trainer, Übungsleiter, Trainerhelfer, Lehrer, Erzieher sowie Menschen, die in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind. 

Gerade in dieser Zeit der Inklusion an Schulen und Kitas, sowie Integration von ausländischen Mitbürgern und Flüchtlingen in den Vereinen, sollte jede Institution für sich eine ausgebildete Fachkraft für Gewaltprävention vorweisen können.

Themen zum Gewaltpräventionstrainer C sind Mobbing, Cybermobbing, mediale Gewalt und dessen Ursachen und Lösungen, Aggressionspotential bei Kindern und Jugendlichen und der Umgang damit, sexualisierte Gewalt, Evaluation und Analyse, Fremdenhass und Rechtsextremismus in Vereinen und Schulen, Gefahren für Kinder und Jugendliche, Selbstsicherheitsaufbau bei Kindern, Suchtprävention u.a. 

In der fortführenden Ausbildung zum Trainer B (für Absolventen des C-Trainers)  werden Themen wie Mediation, Streitschlichtungsmodelle wie „Farsta“ oder „No blame approach“, Konfliktbewältigungstraining und Lösungsansätze, Cool-down– und Antiaggressionstraining, Peer-to Peer-Modelle, Teambildung, Konfrontationstraining, Sozialkompetenz und Körpersprache bei Kindern eingebaut.

Zu Ausbildung Trainer A (für Absolventen des B-Trainers)  Stufe 3: Kompetenztraining, Fair-Play und Zivilcourage, Kindesmisshandlung, Ausrichtung eigener Gewaltpräventionskurse und Lehrgänge, Analysen und Evaluation bei Kursen, Aktionen planen, Eltern und Konflikte, Kinder fördern, Präventionsarbeit mit behinderten Kindern, Finanzführerschein für Jugendliche-Achtung Schuldenfalle. 

Die Ausbildungen schließen mit dem Zertifikat “Gewaltpräventionstrainer C, B oder A” und beinhaltet Arbeitsmaterial und DVD zum autodidaktischen sowie eigenen Schulungen (insg. 20 LE). Die Kursgebühr beträgt 159,- Euro. 

Eine Anmeldung ist aus organisatorischen Gründen nur über die VHS Bobenheim-Roxheim, Tel. 06239-939-0 oder 06239-939-1133 möglich. 

Am Anfang steht ein zerstückelter Teddybär

BOBENHEIM-ROXHEIM: Der Bundesverband Gewaltprävention Selbstbewusst & Stark ist regelmäßiger Gast beim Förderzentrum der Bernd-Jung-Stiftung. Die Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu den Themen Mobbing, Selbstbehauptung und Streitschlichten sind sehr beliebt. Wir haben einmal in den Lehrgang zum Gewaltpräventionstrainer hineingeschnuppert.

Von Kirsten Hönicke

Im Volkshochschulraum in der Bobenheim-Roxheimer Realschule sitzen zwölf Menschen, die ihre Grundausbildung zum Gewaltpräventionstrainer beginnen. Vor ihnen auf dem Tisch liegen eine Informationsmappe und ein Teddybär. Die Stimmung ist ruhig und konzentriert, man kennt sich noch nicht. Schließlich kommen die Frauen und Männer zum Teil von weiter her, aus Wiesbaden oder dem Hunsrück. Alle haben den Wunsch, von Kelly Sach und seinen Kollegen vom Bundesverband Gewaltprävention Selbstbewusst & Stark zu lernen, wie man Gewalt in jeder Form verhindern oder zumindest richtig darauf reagieren kann. Alle arbeiten mit Kindern und Jugendlichen, manche auch mit Erwachsenen. Sie wollen nicht nur selbst vorbeugend tätig werden, sondern auch als Multiplikatoren wirken, also Mitarbeiter und Kollegen anleiten.Tino Inglese beispielsweise betreibt in Darmstadt eine Kampfsportschule. Er möchte „erst mal für sich“, später auch für die anderen Trainer seiner Schule Methoden der Gewaltprävention kennenlernen, weil er in jüngster Zeit einen starken Zulauf an Kindern hat. Im Kampfsportunterricht und eventuell in extra Kursen, die er Schulen anbieten will, soll das Gelernte zum Einsatz kommen.

Sach stellt sich der Runde vor und erklärt gleich, was es mit dem Teddy auf sich hat. So einen nimmt er mit in die Schulen, die ihn rufen, um mit Schülern über Mobbing zu sprechen. Zuvor lässt er sich von den Lehrern Namenslisten mit Anmerkungen schicken: Wer sind die Mobbingopfer in der Klasse, wer die Täter? Auf die Täter geht er gezielt zu und gibt ihnen gleich am Anfang den Teddy. „Das ist ein Wettbewerb zwischen verschiedenen Schulen“, erklärt er den Kindern. Die Aufgabe sei, den Bären so schnell wie möglich in Stücke zu reißen. „Im Schnitt“, sagt Sach, „brauchen die Kinder dazu eine bis zwei Minuten.“ Dann holt er Nähzeug aus der Tasche und gibt es den Tätern. „Denn zum Wettbewerb gehört auch, den Teddy wieder zusammenzunähen.“ Es dauere dann etwa zwei bis drei Stunden, bis das Stofftier halbwegs aussieht wie vorher. „So schnell geht es, einen Menschen kaputt zu machen, und so lange dauert es, ihn wieder zu flicken“, ist die Botschaft, die Kelly Sach den Kindern damit anschaulich vermittelt. Die C-Kurs-Teilnehmer in Bobenheim-Roxheim, die gleich ins Thema Kommunikation und Körpersprache einsteigen werden, sind beeindruckt.

Im A-Kurs, der an diesem Tag ebenfalls angeboten wird, sitzen zehn „alte Hasen“. Simone Holzhäuser-Sutter und Jutta Köhler haben die C- und B- Zertifikate schon in der Tasche. Sie fühlen sich wohl in der Gruppe, die seit dem ersten Termin im März 2015 zusammen alle Stufen der Ausbildung durchläuft und es „bis zum Schluss durchziehen will“, wie Holzhäuser-Sutter versichert. Alle duzen sich, der Ton ist lebhaft, es wird viel gelacht, Erfahrungen und Erlebtes werden ausgetauscht. Was im C-Kurs noch allgemein gehalten war und im B-Kurs konkreter wurde, soll jetzt intensiviert und geübt werden.

Dazu gehören praktische Einheiten wie Rollenspiele zur richtigen Anwendung von Mimik und Gestik. Einiges aus den Kursen konnten die Teilnehmer schon anwenden. Köhler spricht von einem Mobbingfall, bei dem ihr die neu erworbenen Kenntnisse gleich weitergeholfen hätten. Konkret werden will sie nicht, weil man im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit in der Kinder- und Jugendhilfe die beteiligten Personen identifizieren könnte.

Kelly Sach hat den Bundesverband Gewaltprävention mit Gleichgesinnten gegründet, um in bundesweiten Kooperationen Gewalt- und Suchtprobleme verhindern zu helfen – sowohl in der direkten Arbeit mit Betroffenen als auch über sogenannte Gewaltpädagogen, die vom Verband ausgebildet werden.

Wie wichtig solche Schulungen sind, bestätigt Bernd Lützkendorf, Beauftragter für Gewaltprävention beim TSV Auerbach. Er will in den drei Kursen lernen, wie er die anderen Übungsleiter im Verein unterrichten kann. „Es geht nicht nur um die Vorbeugung von physischer Gewalt und Fremdenfeindlichkeit. Wir bemühen uns auch, die Übungsleiter für sexuelle Gewalt zu sensibilisieren, damit sie nicht wegschauen, wenn so etwas im Verein oder im Zuhause der Kinder geschieht.“

Vor etwa zehn Jahren habe es in seinem Verein sexuelle Übergriffe auf Jugendliche während eines Zeltlagers gegeben. Damals waren alle hilflos, und das soll nie mehr so sein. Das zu verhindern und der zunehmenden Gewaltbereitschaft unter Kindern und Jugendlichen etwas entgegenzusetzen, dafür lassen Lützkendorf und viele andere sich fit machen.

Zur Sache: Gewaltpräventionskurse bei der Bernd-Jung-Stiftung

Der Verein Selbstbewusst & Stark ist seit 2010 Bundesverband für Gewalt- und Suchtprävention und bietet Schulungen in Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Vereinen und Verbänden an. Sein Ziel ist es, mit Aufklärung, Sensibilisierung und Prävention gegen die vielen Formen von Gewalt zu wirken, auch in medialer Form.

Kindesmissbrauch und sexualisierte Gewalt, Mobbing, Cybermobbing, Fremdenfeindlichkeit, Sucht und alle Arten von Konflikten und physischer Gewalt sind Themen, die mit den Betroffenen direkt oder mit den Verantwortlichen aus den Institutionen in Kursen, Workshops und Projektwochen aufgearbeitet werden. Als Gewaltpräventionstrainer kann sich vom Verband bundesweit jeder ausbilden lassen, der sein Wissen als Multiplikator an alle weitergeben möchte, die mit diesen Problemen beruflich, privat oder im Ehrenamt zu tun haben.

Die Bernd-Jung-Stiftung in Bobenheim-Roxheim ist mit ihrem Förderzentrum für Jugend und Soziales seit Januar Ehrenmitglied des Bundesverbands Selbstbewusst & Stark und bietet im Laufe dieses Jahres weitere Kurse an. Nähere Informationen gibt’s im Internet unter www.bernd-jung-stiftung.de oder www.selbstbewusst-und-stark.de. (khö)


 

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation:
Frankenthaler Zeitung
Ausgabe: Nr.45
Datum: Dienstag, den 23. Februar 2016

 

Bernd-Jung-Stiftung Ehrenmitglied beim Bundesverband Gewaltprävention

<a href="http://bernd-jung-stiftung this website.de/wp-content/uploads/2016/01/Bernd-Jung-Stitfung.jpg”>EhrenmitgliedschaftIm Rahmen der langjährigen, guten Zusammenarbeit in der Gewaltprävention überreichte der Vorsitzende des Bundesverbandes Gewaltprävention „Selbstbewusst und Stark“ e.V. Kelly Sach dem Vorstandsvorsitzenden der Bernd-Jung-Stiftung mit ihrem integrierten Förderzentrum für Jugend und Soziales, Bernd Jung, die Ehrenmitgliedsurkunde.

Beide Institutionen haben in den letzten Jahren gemeinsam erfolgreich zahlreiche Veranstaltungen angeboten und durchgeführt wie z.B. Selbstsicherheitskurse und Lehrgänge über Mobbing, sexualisierte Gewalt bei Kindern, Mediation sowie Ferienfreizeiten und Ausbildungen zum Gewaltpräventionstrainer in Kooperation mit der Volkshochschule Bobenheim-Roxheim.

Für 2016 wurden bereits zwölf neue Termine für Lehrgänge und Kurse festgelegt.

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Ausbildung zum Gewaltpräventionstrainer C, B und A

Wir bilden aus!Das Förderzentrum für Jugend und Soziales der Bernd-Jung-Stiftung bietet am 23. Januar 2016 von 10:00 bis 16:30 Uhr mit seinen Kooperationspartnern, dem Bundesverband Gewaltprävention „Selbstbewusst & Stark e.V.“, und der VHS Bobenheim-Roxheim einen Lehrgang zur Ausbildung zum Gewaltpräventionstrainer-/in C, B, A“ in den Räumen der VHS, Realschule plus, Grünstadter Straße 6, 67240 Bobenheim-Roxheim, an.

 Die Lehrgänge eignen sich insbesondere für Vereinsvorstände, Trainer, Übungsleiter, Trainerhelfer, Lehrer, Erzieher sowie Menschen, die in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind.

Themen zum Gewaltpräventionstrainer C sind Mobbing, Cybermobbing, mediale Gewalt und dessen Ursachen und Lösungen, Aggressionspotential bei Kindern und Jugendlichen und der Umgang damit, sexualisierte Gewalt, Evaluation und Analyse, Fremdenhass und Rechtsextremismus in Vereinen und Schulen, Gefahren für Kinder und Jugendliche, Selbstsicherheitsaufbau bei Kindern, Suchtprävention u.a.

 In der fortführenden Ausbildung zum Trainer B (für Absolventen des C-Trainers) werden Themen wie Mediation, Streitschlichtungsmodelle wie „Farsta“ oder „No blame approach“, Konfliktbewältigungstraining und Lösungsansätze, Cool-down– und Antiaggressionstraining, Peer-to Peer-Modelle, Teambildung, Konfrontationstraining, Sozialkompetenz und Körpersprache bei Kindern eingebaut.

 Zu Ausbildung Trainer A (für Absolventen des B-Trainers) Stufe 3: Kompetenztraining, Fair-Play und Zivilcourage, Kindesmisshandlung, Ausrichtung eigener Gewaltpräventionskurse und Lehrgänge, Analysen und Evaluation bei Kursen, Aktionen planen, Eltern und Konflikte, Kinder fördern, Präventionsarbeit mit behinderten Kindern, Finanzführerschein für Jugendliche-Achtung Schuldenfalle.

 Die Ausbildungen schließen mit dem Zertifikat “Gewaltpräventionstrainer C, B oder A” und beinhaltet Arbeitsmaterial und DVD zum autodidaktischen sowie eigenen Schulungen (insg. 20 LE). Die Kursgebühr beträgt 159,- Euro. 

Eine Anmeldung ist aus organisatorischen Gründen nur über die VHS Bobenheim-Roxheim, Tel. 06239-939-0 oder 06239-939-1133 möglich. 

Großer Ansturm beim Selbstsicherheitskurs für Kinder

Selbstsicherheitskurs 19. Februar 2014Am vergangenen Mittwoch, 19. Februar, fand beim Förderzentrum für Jugend und Soziales ein Selbstsicherheitskurs für Kinder statt, der vom Vorsitzenden des Bundesverbandes Gewaltprävention „Selbstbewusst und Stark e.V“ durchgeführt wurde. Nach der Begrüßung durch den Stiftungsvorsitzenden Bernd Jung und kurzer Vorstellung von Gewaltpräventionstrainer Kelly Sach mussten die Kinder sich die Frage stellen, zu welchem Streittyp sie gehören.

Ein kurzer Film über Mobbing in der Schule warf bei den 35 teilnehmenden Kindern eine weitere Frage auf: Mut und Zivilcourage zeigen und helfen oder Hilfe holen oder einfach wegschauen, wenn jemand anderes drangsaliert wird? Danach wurde den Kindern im Rahmen von Gruppenarbeiten erläutert, was Mobbing überhaupt ist und aus welchen Kreisen (Täter, Opfer, Mitläufer, Zuschauer und Helfer) es sich zusammensetzt.

Was Körpersprache und Körperhaltung mit Mobbing und Selbstbewusstsein zu tun haben, erläuterte Trainer Sach anhand vieler Praxisbeispiele. Verschiedenste Rollenspiele mussten die Kinder ebenso durchlaufen wie die abschließenden, einfachen aber wirksamen Verteidigungstechniken, um sich auch einmal im Notfall zur Wehr setzen zu können, ohne gleich zuzuschlagen.

Unterlagen und eine Urkunde durften die 35 Kinder anschließend mit nach Hause nehmen.

Da sich ursprünglich annähernd 60 Kinder zum Kurs angemeldet hatten, und man aber die Teilnehmerzahlbegrenzen musste, wird ein weiterer Selbstsicherheitskurs für Kinder am 26. März durchgeführt.

Eine Woche davor, am 19. März haben Frauen und Mädchen ab 13 Jahren die Möglichkeit, einem solch intensiven Lehrgang beizuwohnen.

Anmeldung und Infos zu diesen Veranstaltungen sind über die Geschäftsstelle des Förderzentrums (Telefon: 06239 – 995 696, Di – Mi 14.30 Uhr – 16.30 Uhr) per E-Mail: gewaltpraevention@bernd-jung-stiftung.de möglich.

Geschäftsstelle bis 17. Februar 2014 geschlossen

Stempel rot GESCHLOSSENDie Geschäftsstelle des Förderzentrums  ist ab 16.12.13 bis einschließlich 17.02.2014 geschlossen.

Anmeldungen für die Veranstaltung „Ausbildung zum Gewaltpräventionstrainer B“ am Samstag, 25. Januar 2014, und für die Veranstaltung  „Selbstsicherheitskurs für Kinder von 6 bis 14 Jahren” am Mittwoch, 19. Februar 2014, werden während dieser Zeit unter gewaltpraevention@bernd-jung-stiftung.de entgegen genommen.

Unter „Termine“ gibt es weitere Infos zu diesen Veranstaltungen.

Ab dem 18. Februar ist die Geschäftsstelle wie gewohnt  ab 14.30 Uhr wieder erreichbar.

Artikel in der Rheinpfalz:
“Opfer sind nie schuld, nur die Täter”

INTERVIEW: Gewaltpräventionstrainer Kelly Sach über Mittel und Wege, Kinder gegen Mobbing und Gewalt zu wappnen – Am Mittwoch Kurs am Binnendamm Kelly SachBOBENHEIM-ROXHEIM. Kinder sind das schwächste Glied in der Gesellschaft und immer wieder An- und Übergriffen von Mitschülern oder Fremden ausgesetzt. Was können sie und ihre Eltern tun, um Mobbing und sexualisierter Gewalt vorzubeugen? Wir haben mit Kelly Sach gesprochen, Gewaltpräventions- und Kommunikationstrainer vom Bundesverband Selbstbewusst und stark. Am Mittwoch leitet er im Auftrag des Jugendförderzentrums des SC Bobenheim-Roxheim einen Selbstsicherheits- und Selbstbehauptungskurs für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren.

Herr Sach, wie sollten sich Kinder verhalten, wenn sie gemobbt werden? Was können die Eltern tun? Ich sage den Kindern zuallererst, dass sie keinerlei Schuld tragen, wenn sie gemobbt werden. Die Opfer sind nie schuld, sondern nur die Täter. Außerdem sollten sie sich jemandem anvertrauen, der ihnen zuhört – einem Freund, den Eltern oder dem Lehrer. Das Wichtigste ist, sich nicht abzukapseln. Die Eltern sollten dem Kind auf jeden Fall immer Gehör schenken. Häufig sind beide Elternteile berufstätig und gestresst, wenn sie nach Hause kommen, und sich oft gar nicht bewusst, dass ihre Kinder auch schwerwiegende Sorgen haben. Manche Kinder trauen sich dann gar nicht, etwas anzusprechen.

Wie erkennt man, ob ein Kind gemobbt wird, wenn es nicht spricht? Unter den Begriff Mobbing fällt ja vieles. Das fängt an mit Beleidigungen, Sachen wegnehmen und anrempeln und hört bei Straftaten auf. Die meisten gemobbten Kinder wollen nicht mehr zur Schule gehen und erfinden Krankheiten. Sie ziehen sich zurück und haben kaum noch Kontakte. Die Schulleistungen sinken ab. Viele sind gereizt, nervös, überempfindlich, appetitlos und haben Schlafstörungen. Manchmal wird jemand sogar erpresst oder geschlagen. Das kann man zum Beispiel daran erkennen, dass das Kind ständig unter einem Vorwand nach Geld fragt oder oft Prellungen oder blaue Flecken hat.

Welche Anlaufstellen gibt es? Am wenigsten ratsam ist es, die Eltern des Täters anzurufen. Man sollte immer einen Schlichter oder eine dritte Person hinzuziehen. Zunächst sollte man sich an den Lehrer wenden, der dann die Schulleitung einschalten kann, wenn er nicht weiterkommt. Außerdem gibt es noch Streitschlichter, Schulsozialarbeiter, das Jugendamt und Beratungsstellen wie die Caritas. Wenn es gar nicht mehr geht, kommen häufig wir ins Spiel. Als Außenstehende haben wir oft mehr Einblick in die Materie als Lehrer. Viele Schulen melden sich aber erst, wenn das sprichwörtliche Kind in den Brunnen gefallen ist. Wir wollen lieber frühzeitig sensibilisieren – also Prävention statt Intervention.

Gewalt an Schulen ist ein ernstes Thema.Wie Kinder sich dagegen wehren können, soll ein Kurs in Bobenheim-Roxheim aufzeigen.

Gewalt an Schulen ist ein ernstes Thema.Wie Kinder sich dagegen wehren können, soll ein Kurs in Bobenheim-Roxheim aufzeigen. Foto: DPA

Momentan scheint Cyber-Mobbing zum Problem zu werden. Was kann man dagegen tun? Beim Cyber-Mobbing werden nicht nur Beleidigungen, sondern auch Bilder und Videos ins Internet gestellt, um die Opfer lächerlich zu machen. Jeder dritte bis vierte Jugendliche wird laut Statistik straffällig im Internet. So kann man versuchen, bei den Tätern Bestrafungen zu erwirken, was recht teuer werden kann. Da hilft dann auch die Polizei.

 

Sie sprechen im Kurs auch über sexualisierte Gewalt. Wie verhalte ich mich als Kind, wenn mich ein Fremder anspricht? Die erste Regel lautet: keinem Fremden trauen. Außerdem sollte man seinem Bauchgefühl vertrauen und nie zu nah an Fremde, zum Beispiel an Autotüren, herangehen. Kinder werden mit den unterschiedlichsten Lügen und Versprechungen gelockt. Wenn Fremde ihnen zu nahe kommen, sollten Kinder die Hände vorstrecken und laut „Stopp“ rufen oder „Fass mich nicht an“. Wir geben den Kindern auch weiter, sich auf ihrem Schulweg zu überlegen, wohin sie im Notfall flüchten können, zum Beispiel in eine Bäckerei, in der man sie kennt.

Wie kann ein Kind eine solche Situation richtig einschätzen lernen? Im Kurs üben wir das in Rollenspielen. Mit Hilfe von Bildern lernen die Kinder zudem, Körpersprache richtig zu deuten sowie stark und selbstbewusst zu werden, sich also vor fremden Leuten nicht in schüchterner Opferhaltung zu zeigen, sondern aufrecht dazustehen und ihnen direkt ins Gesicht zu blicken.

Und wie kann sich ein Kind wehren, wenn es bereits angegriffen wird? Es sollte am besten „Feuer“ schreien, denn auf „Hilfe“ hört fast keiner mehr. Es sollte versuchen, Erwachsene auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Wenn der Täter einen gepackt hat, ist alles erlaubt: kratzen, an den Haaren ziehen, in die Augen stechen.

Werden denn im Kurs auch Selbstverteidigungstechniken erlernt? In der ersten Kursstunde sprechen wir über die Theorie, also was man bei Mobbing tun kann und wie man sich Fremden gegenüber verhält. In der zweiten Stunde geht es darum, wie man sich richtig verteidigt. Wir werden ein paar einfache, aber hilfreiche Abwehr- und Hebeltechniken aus dem Ju-Jutsu für die Selbstverteidigung kennenlernen, die einen Angreifer für ein paar Sekunden außer Gefecht setzen, um wegrennen zu können.

Interview: Esther Krna

 

Info:

Der Kurs findet von 17 bis 19 Uhr im SC-Förderzentrum für Jugend und Soziales, Am Binnendamm 20, in Bobenheim-Roxheim statt. Er kostet acht Euro inklusive Unterlagen und Teilnehmerurkunde. Anmeldung und weitere Infos: www.stifung-boro.de unter Leistungsspektrum/ Gewaltprävention, in der Geschäftsstelle des Förderzentrums, Telefon 06239 2451, Dienstag bis Donnerstag, 15.30 bis 17.30 Uhr, oder per E-Mail an  gewaltpraevention@bernd-jung-stiftung.de   oder über die Stiftung Christel und Manfred Gräf, Telefon 06239 8614. Weitere Infos zum Thema unter www.selbstbewusst-und-stark.de .


Quelle: Verlag: DIE RHEINPFALZ Publikation: Frankenthaler Zeitung Ausgabe: Nr.108 Datum: Samstag, den 11. Mai 2013 Seite: Nr.19 “Deep-Link”-Referenznummer: ’91_10912199′ Präsentiert durch DIE RHEINPFALZ Web:digiPaper

Mit “Selbstbewusst & Stark e.V.” hat die Stiftung einen weiteren Kooperationspartner gewinnen können.

Einen weiteren Kooperationspartner hat die Bernd-Jung-Stiftung mit “Selbstbewusst & Stark e.V.“, einem Verein im nördlichen Rheinland-Pfalz sowie im Bundesverband für Gewaltprävention und Suchtprävention, gewinnen können.

“Selbstbewusst & Stark e.V.” führt überwiegend Gewaltpräventionskurse in Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Jugendfreizeiten, Vereinen und öffentlichen Einrichtungen altersgerecht und bundesweit durch. Ebenfalls bildet er über mehrere Module Gewaltpräventionstrainer bundesweit aus. Geplant sind gemeinsame Veranstaltungen rund um das Thema “Gewaltprävention”.
Weitere Infos gibt es unter Leistungsspektrum / Gewaltprävention.

Die Termine für diese Veranstaltungen werden rechtzeitig in der Tagespresse und auf der Homepage unter “Aktuelles” veröffentlicht.

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