Förderzentrum für Jugend und Soziales

Erfahrungen

Wir suchen Diplom-Psychologen/innen, Sozialpädagogen/innen, Sozialarbeiter/innen und staatlich anerkannte Erzieher/innen

Die KiDZ-Jugendhilfe gGmbH aus Bobenheim-Roxheim ist ein Träger der freien Jugendhilfe (die Bernd-Jung-Stiftung ist alleiniger Gesellschafter).

Wir suchen für die ambulante Jugendhilfe im Bereich der Sozialpädagogische Familienhilfe §31 SGB VIII und der Erziehungsbeistandschaft §30 SGB VIII Verstärkung für unser Team im Rhein-Pfalz-Kreis, Frankenthal und Worms:

  • Diplom-Psychologen/innen
  • Diplom-Sozialpädagogen/innen
  • Sozialarbeiter/innen
  • Staatlich anerkannte Erzieher/innen

Die Tätigkeitsfelder umfassen:

  • Ambulante Begleitung von Familien nach dem §30 oder §31 SGB VIII
  • Mitwirkung im Hilfeplanverfahren
  • Umsetzung der Hilfeplanung
  • Dokumentation der Arbeit
  • Teilnahme an Teamsitzungen, kollegialer Fallberatung, Supervision
  • Zusammenarbeit mit öffentlichen Behörden, unter anderem dem Jugendamt, der Agentur für Arbeit, verschiedenen Beratungsstellen
  • Selbständiges Arbeiten mit Klienten

Wir bieten Ihnen ein unbefristetes Arbeitsverhältnis in Vollzeit. Sie haben die Möglichkeit, in einem multiprofessionellen Team mitzuarbeiten. Da wir ein junger Träger sind, haben Sie die Chance, eigene Ideen und Vorschläge mit einzubringen und aktiv an der Weiterentwicklung des Konzeptes mitzuwirken. Wöchentliche Teamsitzungen, kollegiale Fallberatung, Supervision sowie Weiterbildungen sind für uns selbstverständlich. Konzeptionell arbeiten wir nach einem systemischen und lebensweltorientierten Ansatz.

Wünschenswert wären Kenntnisse im SGB VIII und erste Erfahrungen in der ambulanten Jugendhilfe, eine Ausbildung in Beratung, z.B. systemischer Beratung oder klientenzentrierter Gesprächsführung oder die Bereitschaft, diese Kenntnisse zu erwerben. Sie sollten eine offene Haltung gegenüber Menschen und deren Lebenssituationen haben. Belastbarkeit, Durchsetzungsvermögen und Zuverlässigkeit sind unabdingbar.

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

Dann senden Sie uns bitte Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen an: petra.stoelzle@kidz-jugendhilfe.de  

„Keiner ist zu klein, um Helfer zu sein“

Nils berichtet: Bei einem Erste-Hilfe-Kurs in Bobenheim Roxheim üben Grundschulkinder das richtige Verhalten in einer Notsituation
Bei dem Kurs zeigte Melanie Kunth (vorne links) den Kindern auch, wie man eine Rettungsdecke richtig benutzt. (Foto: Bolte)

Bobenheim-Roxheim. Stellt euch einmal vor, eure Mama fällt von der Leiter, verletzt sich dabei und außer euch ist keiner daheim. Keine schöne Vorstellung. Doch es ist wichtig, dass ihr dann wisst, was zu tun ist. 15 Kinder im Alter von sechs bis acht Jahren haben nun erste Erfahrungen in der Ersten Hilfe gemacht. Einmal im Jahr bietet die Bernd-Jung-Stiftung in Kooperation mit der Volkshochschule (VHS) Bobenheim Roxheim und dem Arbeiter-Samariter-Bund Frankenthal einen solchen Kurs für Kinder an.

Humpelnd und lachend kommen die Jungen und Mädchen aus dem Vereinshaus des SC Bobenheim-Roxheim. Sie tragen Verbände um Arme und Beine, ein Junge sogar um den Kopf. Freudig hinken sie auf den Rettungswagen zu, der auf dem Parkplatz steht. Doch die Schüler haben sich nicht wirklich verletzt. Es ist eine Szene des Erste-Hilfe-Kurses für Kinder, der unter dem Motto „Keiner ist zu klein, um Helfer zu sein“ steht.Wer richtig helfen will, der muss erst einmal wissen, wie man Hilfe holt. Deshalb zeigt Melanie Kunth, die seit 15 Jahren im Rettungsdienst tätig ist, wie man einen Notruf absetzt. Ihre vollständige Adresse zu nennen, fällt einigen Kindern dabei noch schwer. Deshalb übt Kunth mit allen, Straße, Hausnummer und Wohnort vollständig und deutlich dem Notrufdienst durchzugeben. Doch was tun, wenn man die Adresse nicht kennt? „Selbst zum Notdienst fahren“, meint ein Mädchen. Doch Kunth schüttelt mit dem Kopf. Sie prägt den Grundschülern ein, wie wichtig es ist, andere Leute um Hilfe zu bitten, wenn man selbst die Adresse nicht kennt. Denn der Rettungsdienst muss genau wissen, wo der Verletzte ist, um ihm schnellstmöglich zu helfen. „Ich merke mir das jetzt für immer“, freut sich Lea nach dem Spiel.

Durch den Kurs sollen die jungen Teilnehmer schon frühestmöglich lernen, wie sie sich in einer Notsituation zu verhalten haben. Wichtig ist auch, dass Eltern mit ihren Kindern früh über die Erstversorgung sprechen. Wo ist der Verbandskasten im Haus? Welche Nummer wähle ich im Falle eines Notfalls? Wie versorge ich alltägliche Verletzungen, wie zum Beispiel einen Wespenstich? Fragen, auf die Grundschulkinder eine Antwort kennen sollten.

Vorbilder für die Kenntnisse von Kindern in der Ersten Hilfe sind für Kunth Schweden und Norwegen. Schon ab dem Kindergartenalter übt man hier die Erste Hilfe, auch später im Erwachsenenalter sind regelmäßige Kurse verpflichtend. In Deutschland machen die meisten für den Führerschein ihren ersten Erste-Hilfe-Kurs. Hier gibt es also einigen Nachholbedarf, findet Kunth.

Weiter geht es mit dem Verbandskasten. In die Wärmedecken wickeln sich die Kinder trotz der Sommerhitze. „Die macht einen ja ganz warm“, staunt eine Teilnehmerin. Nachdem Kunth einem Mädchen einen Verband angelegt hat, wollen alle einen. „Er sieht wie Rotkäppchen aus“, amüsiert sich Luisa über Felix, dem Kunth einen Kopfverband macht.

Bei der Besichtigung des Rettungswagens sehen die Kinder nicht nur, wo man das Blaulicht und das Martinshorn einschaltet, sondern auch, wie die Rettungssanitäter die Trage aus dem Wagen bekommen und diese herumschieben können. „Ich kenne einen ganz langen Menschen, wie kommt der da drauf?“, fragt ein Teilnehmer. Gut, dass sich die Trage für groß gewachsene Menschen ausfahren lässt. Bestaunt wird auch der schwere Rettungsrucksack, mit welchem die Sanitäter oft mehrere Stockwerke hinaufsprinten.

Die Bernd-Jung-Stiftung möchte Kindern mit dem Kurs die Möglichkeit geben, erste Kenntnisse in der Ersten Hilfe zu vermitteln. „ Wir sollten Kinder nie unterschätzen“, meint Harald Stark, Geschäftsführer der Stiftung. Denn Kinder lernen sehr schnell, und die Hoffnung des Kurses ist, dass sie in der Notfallsituation ihr Wissen anwenden können.sol

NOCH FRAGEN?

Die Bernd-Jung-Stiftung bietet auf Anfrage auch Kurse für Grundschulen oder Kitas an. Infos unter Telefon 06239 995696.


Quelle Bild und Text: Die Rheinpfalz Frankenthaler Zeitung – Nr. 194, Mittwoch, den 22. August 2018 

 

Fragen stellen und Leistungen vergleichen

Projekt Schüler auf Banktour: Die ersten Schritte zum eigenen Konto / Finanzkompetenz junger Menschen fördern

VON STEFFEN HEUMANN Bereits ab 7 Jahren besteht die Möglichkeit ein Kinderkonto, Jugend- oder Taschengeldkonto zu eröffnen. Konkret wird der Wunsch nach einer eigenen Bankverbindung eher bei Schülern oder Auszubildenden. Auf der Suche nach dem besten Produkt ist es mitunter schwer, zwischen den Leistungen der Banken und dem individuellen Bedarf abzuwägen. Mehrere Gruppen der Realschule plus in Bobenheim-Roxheim machten den Praxistest. Auf Initiative des Bundesministeriums für Verbraucherschutz in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und der Bernd-Jung-Stiftung starteten die 9. und 10. Klässler ihre Mission.

Umworbener Kunde von morgen

Mit einem Rucksack voller Fragen ausgestattet, startete die Banktour. Einen Rucksack voller Antworten gab es bei der Präsentation der Ergebnisse am Mittwoch. Neben den Kriterien für ein Girokonto, standen auch die Kosten für die Kontoführung sowie der Service im Fokus, den die Banken den Jugendlichen als begehrte Zielgruppe bieten. „Wir würden dort ein Konto eröffnen”, lautet das Fazit der Schüler, die sich bei der R+V Bank, Sparkasse, Deutsche Bank, Commerzbank und Sparda Bank insgesamt gut beraten und umfassend informiert fühlten.

Gratis-MusikApp als „Leckerli”

Punkten konnten die Anbieter mit speziell auf die Altersgruppe zugeschnittenen Angeboten. Als wichtig erachtet wurde eine kostenlose Kontoführung, die Anzahl verfügbarer Geldautomaten, die Aussicht auf einen Willkommensbonus sowie Akzeptanzstellen, bei denen Einkäufe oder Dienstleistungen rabattiert werden. Eine Giro-Karte wie ein elektronisches Portemonnaie nutzen zu können und am Online- und Mobile-Banking der neuesten Generation teilzunehmen, fand ebenfalls Gehör. Auf ein positives Echo stieß das Angebot einer Gratis-MusikApp.

Kleinigkeiten erzielen Wirkung

In die Bewertung floss ebenfalls die verständliche Beantwortung von Fragen, der Umfang der Informationen, die Begrüßung und die Freundlichkeit des Gegenübers ein. Ob Getränke, Kekse oder Gummibärchen, beeindrucken konnten die Geldinstitute zudem mit kleinen Aufmerksamkeiten. „Unterschiedliche Banken, unterschiedliche Angebote”, fasste Jens Leithmann als betreuender Lehrer in den Fächern Wirtschaft und Verwaltung die Präsentation zusammen. Im Sinne der Nachhaltigkeit hofft der Pädagoge, dass die Banktour Grundkenntnisse im Umgang mit finanziellen Angelegenheiten vermitteln konnte und einen Beitrag leistet, die richtige Entscheidung bei der Kontowahl zu treffen.

Ulrike Meyer-Strötges von der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Ludwigshafen weiß um die Notwendigkeit, nicht zuletzt in Finanzfragen relevante Informationen einzuholen und Angebote gründlich zu vergleichen. „Das erste Konto muss keine Wahl für immer sein. Es gibt Optionen”, wünscht sich Ulrike Meyer-Strötges dass die Jugendlichen immer mit offenen Augen und durchaus kritisch durchs Leben gehen.

                                                                                                                                        
 Quelle: Nibelungenkurier Worms, Mittwoch, den 23. November 2016

 

 

 

Spätstarter will mit Fördertraining Lust wecken

HINTERGRUND: Ex-FCK-Profi Axel Roos kooperiert mit seiner Fußballschule mit der Bernd-Jung-Stiftung

Von Sara Brunn

Bobenheim-Roxheim. Die Bernd-Jung-Stiftung (BJS) aus Bobenheim-Roxheim hat einen neuen Kooperationspartner: die Axel Roos Fußballschule. Der ehemalige FCK-Profi bietet ab 12. September auf dem Platz des SC Bobenheim-Roxheim ein Fördertraining an, die BJS bringt im Gegenzug ihr Kursangebot nach Kaiserslautern.

Zweimal deutscher Meister mit dem 1. FC Kaiserslautern, zweimal DFB-Pokalsieger: Axel Roos hat in seiner Karriere „viel erlebt“. Danach zog es ihn an der Seite von Hans-Peter Briegel als Co-Trainer nach Albanien und Bahrain. „Viel Armut, viel Reichtum“ hat er dort gesehen, verriet er bei der Pressekonferenz in Bobenheim-Roxheim. Das habe ihn geprägt. Seit 2007 gibt er mit seiner Fußballschule die eigenen Erfahrungen an Kinder weiter.„Der Fußballprofi Axel Roos ist mir als positive Erscheinung aufgefallen. Mir hat imponiert, dass er nach seiner aktiven Karriere viele Kinder fördert“, erklärte Stiftungsvorsitzender Bernd Jung, wieso er gemeinsam mit Geschäftsführer Harald Stark bei dem früheren Profi angeklopft habe. Sie seien davon überzeugt, dass mit seinem Wissen und dem individuellen Fördertraining ab jetzt auch die Kinder aus der Region profitieren könnten.

„Ich habe gar nicht lange gezögert und war schnell überzeugt, dass da eine gute Kooperation entstehen kann“, sagte Roos. Am Montag, 12. September startet zum ersten Mal das danach wöchentlich stattfindende Fördertraining auf dem Sportplatz des SC Bobenheim-Roxheim. Die 7- bis 10-Jährigen spielen von 15.30 bis 17 Uhr, die 11- bis 13-Jährigen im Anschluss (17 bis 18.30 Uhr). Für Roos macht es keinen Unterschied, ob die teilnehmenden Kinder bereits im Verbandstraining aktiv seien oder rein zum Spaß die Schuhe schnüren. „Ich selbst kam auch erst in der B-Jugend zum FCK. Der Verbandstrainer wollte mich gar nicht, ich war ihm zu schmächtig“, erzählte Roos davon, dass es auch bei ihm erst im zweiten Anlauf klappte. Am Ende machte er 386 Spiele im Dress der Roten Teufel.

Die Zusammenarbeit beruhe auf Gegenseitigkeit: In Bobenheim-Roxheim gibt es Fußballtraining „und die BJS wird Axel Roos in seinem sozialen Engagement unterstützen“, sagte Jung. Konkret bedeutet das: Zukünftig organisiert die Stiftung auch in Kaiserslautern beispielsweise Ernährungsberatungs-, Gewaltpräventions- und Erste-Hilfe-Kurse. Nach den Sommerferien falle der Startschuss, sagte Stark.

Die BJS hat sich seit ihrer Gründung 2009 der Jugendförderung verschrieben. Die Säulen Sport, Schule, Beruf und soziales Lernen sollen die Kinder fit machen für das Leben, aber auch für die sportliche, die fußballerische Karriere. Schon die Kleinsten können sich in einer Ballschule ausprobieren. Das Fußballtraining ergänzt das Angebot. 

                                                                                                                                       

Text un Quelle: Die Rheinpfalz – Frankenthaler Zeitung – Nr. 155, Mittwoch, den 6. Juli 2016

Am Anfang steht ein zerstückelter Teddybär

BOBENHEIM-ROXHEIM: Der Bundesverband Gewaltprävention Selbstbewusst & Stark ist regelmäßiger Gast beim Förderzentrum der Bernd-Jung-Stiftung. Die Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu den Themen Mobbing, Selbstbehauptung und Streitschlichten sind sehr beliebt. Wir haben einmal in den Lehrgang zum Gewaltpräventionstrainer hineingeschnuppert.

Von Kirsten Hönicke

Im Volkshochschulraum in der Bobenheim-Roxheimer Realschule sitzen zwölf Menschen, die ihre Grundausbildung zum Gewaltpräventionstrainer beginnen. Vor ihnen auf dem Tisch liegen eine Informationsmappe und ein Teddybär. Die Stimmung ist ruhig und konzentriert, man kennt sich noch nicht. Schließlich kommen die Frauen und Männer zum Teil von weiter her, aus Wiesbaden oder dem Hunsrück. Alle haben den Wunsch, von Kelly Sach und seinen Kollegen vom Bundesverband Gewaltprävention Selbstbewusst & Stark zu lernen, wie man Gewalt in jeder Form verhindern oder zumindest richtig darauf reagieren kann. Alle arbeiten mit Kindern und Jugendlichen, manche auch mit Erwachsenen. Sie wollen nicht nur selbst vorbeugend tätig werden, sondern auch als Multiplikatoren wirken, also Mitarbeiter und Kollegen anleiten.Tino Inglese beispielsweise betreibt in Darmstadt eine Kampfsportschule. Er möchte „erst mal für sich“, später auch für die anderen Trainer seiner Schule Methoden der Gewaltprävention kennenlernen, weil er in jüngster Zeit einen starken Zulauf an Kindern hat. Im Kampfsportunterricht und eventuell in extra Kursen, die er Schulen anbieten will, soll das Gelernte zum Einsatz kommen.

Sach stellt sich der Runde vor und erklärt gleich, was es mit dem Teddy auf sich hat. So einen nimmt er mit in die Schulen, die ihn rufen, um mit Schülern über Mobbing zu sprechen. Zuvor lässt er sich von den Lehrern Namenslisten mit Anmerkungen schicken: Wer sind die Mobbingopfer in der Klasse, wer die Täter? Auf die Täter geht er gezielt zu und gibt ihnen gleich am Anfang den Teddy. „Das ist ein Wettbewerb zwischen verschiedenen Schulen“, erklärt er den Kindern. Die Aufgabe sei, den Bären so schnell wie möglich in Stücke zu reißen. „Im Schnitt“, sagt Sach, „brauchen die Kinder dazu eine bis zwei Minuten.“ Dann holt er Nähzeug aus der Tasche und gibt es den Tätern. „Denn zum Wettbewerb gehört auch, den Teddy wieder zusammenzunähen.“ Es dauere dann etwa zwei bis drei Stunden, bis das Stofftier halbwegs aussieht wie vorher. „So schnell geht es, einen Menschen kaputt zu machen, und so lange dauert es, ihn wieder zu flicken“, ist die Botschaft, die Kelly Sach den Kindern damit anschaulich vermittelt. Die C-Kurs-Teilnehmer in Bobenheim-Roxheim, die gleich ins Thema Kommunikation und Körpersprache einsteigen werden, sind beeindruckt.

Im A-Kurs, der an diesem Tag ebenfalls angeboten wird, sitzen zehn „alte Hasen“. Simone Holzhäuser-Sutter und Jutta Köhler haben die C- und B- Zertifikate schon in der Tasche. Sie fühlen sich wohl in der Gruppe, die seit dem ersten Termin im März 2015 zusammen alle Stufen der Ausbildung durchläuft und es „bis zum Schluss durchziehen will“, wie Holzhäuser-Sutter versichert. Alle duzen sich, der Ton ist lebhaft, es wird viel gelacht, Erfahrungen und Erlebtes werden ausgetauscht. Was im C-Kurs noch allgemein gehalten war und im B-Kurs konkreter wurde, soll jetzt intensiviert und geübt werden.

Dazu gehören praktische Einheiten wie Rollenspiele zur richtigen Anwendung von Mimik und Gestik. Einiges aus den Kursen konnten die Teilnehmer schon anwenden. Köhler spricht von einem Mobbingfall, bei dem ihr die neu erworbenen Kenntnisse gleich weitergeholfen hätten. Konkret werden will sie nicht, weil man im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit in der Kinder- und Jugendhilfe die beteiligten Personen identifizieren könnte.

Kelly Sach hat den Bundesverband Gewaltprävention mit Gleichgesinnten gegründet, um in bundesweiten Kooperationen Gewalt- und Suchtprobleme verhindern zu helfen – sowohl in der direkten Arbeit mit Betroffenen als auch über sogenannte Gewaltpädagogen, die vom Verband ausgebildet werden.

Wie wichtig solche Schulungen sind, bestätigt Bernd Lützkendorf, Beauftragter für Gewaltprävention beim TSV Auerbach. Er will in den drei Kursen lernen, wie er die anderen Übungsleiter im Verein unterrichten kann. „Es geht nicht nur um die Vorbeugung von physischer Gewalt und Fremdenfeindlichkeit. Wir bemühen uns auch, die Übungsleiter für sexuelle Gewalt zu sensibilisieren, damit sie nicht wegschauen, wenn so etwas im Verein oder im Zuhause der Kinder geschieht.“

Vor etwa zehn Jahren habe es in seinem Verein sexuelle Übergriffe auf Jugendliche während eines Zeltlagers gegeben. Damals waren alle hilflos, und das soll nie mehr so sein. Das zu verhindern und der zunehmenden Gewaltbereitschaft unter Kindern und Jugendlichen etwas entgegenzusetzen, dafür lassen Lützkendorf und viele andere sich fit machen.

Zur Sache: Gewaltpräventionskurse bei der Bernd-Jung-Stiftung

Der Verein Selbstbewusst & Stark ist seit 2010 Bundesverband für Gewalt- und Suchtprävention und bietet Schulungen in Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Vereinen und Verbänden an. Sein Ziel ist es, mit Aufklärung, Sensibilisierung und Prävention gegen die vielen Formen von Gewalt zu wirken, auch in medialer Form.

Kindesmissbrauch und sexualisierte Gewalt, Mobbing, Cybermobbing, Fremdenfeindlichkeit, Sucht und alle Arten von Konflikten und physischer Gewalt sind Themen, die mit den Betroffenen direkt oder mit den Verantwortlichen aus den Institutionen in Kursen, Workshops und Projektwochen aufgearbeitet werden. Als Gewaltpräventionstrainer kann sich vom Verband bundesweit jeder ausbilden lassen, der sein Wissen als Multiplikator an alle weitergeben möchte, die mit diesen Problemen beruflich, privat oder im Ehrenamt zu tun haben.

Die Bernd-Jung-Stiftung in Bobenheim-Roxheim ist mit ihrem Förderzentrum für Jugend und Soziales seit Januar Ehrenmitglied des Bundesverbands Selbstbewusst & Stark und bietet im Laufe dieses Jahres weitere Kurse an. Nähere Informationen gibt’s im Internet unter www.bernd-jung-stiftung.de oder www.selbstbewusst-und-stark.de. (khö)


 

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation:
Frankenthaler Zeitung
Ausgabe: Nr.45
Datum: Dienstag, den 23. Februar 2016

 

5 Jahre Kooperation zwischen Bernd-Jung-Stiftung und Integrativer Gemeindekindertagesstätte

global KooperationAusgebildete Ballschulübungsleiter/-innen, die zusammen mit pädagogisch qualifizierten Erzieherinnen bei besten Rahmenbedingungen Kindern schon in frühen Jahren durch abwechslungsreiche Angebote Spaß an der Bewegung vermitteln, – das  ist die Basis auf der seit nun schon über fünf Jahren die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Bernd-Jung-Stiftung mit ihrem integrierten Förderzentrum für Jugend und Soziales und der Integrativen Gemeindekindertagesstätte bestehst. 

Wöchentlich haben hier Kinder der Kindertagesstätte die Möglichkeit, auf den Bernd-Jung-Sportstätten ihrem Bewegungsdrang nachzugehen.

Zudem machen sie dort meist erste Erfahrungen mit unterschiedlichsten Sportgeräten wie z.B. Hockeyschlägern und vielem anderen.

In Kombination mit Anleitung durch professionell ausgebildete Übungsleiter hebt das Sportangebot auf eine qualifizierte Ebene, die so im Kindergartenalltag nicht zu erreichen wäre. Der Nutzen für die Kinder im motorischen Bereich ist immens, und aufgrund des großen Erfolgs ist zu erwarten, dass auch in den nächsten Jahren noch viele Kinder der Integrativen Kindertagesstätte hiervon profitieren werden.

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